Spurensuche Niedersachsen Digital

Der Niedersächsische Heimatbund e.V. (NHB) startete das Projekt Spurensuche Niedersachsen Digital am 1. November 2020 mit dreijähriger Laufzeit. Mit dem Projekt werden digitale Eingabe- und Schulungsmöglichkeiten für die Erfassung Historischer Kulturlandschaftsteile in Niedersachsen geschaffen und deren Anwendung begleitet. Die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung (NBU) unterstützt das Vorhaben mit 198.000 €. Die interdisziplinär zusammengesetzten Fachgruppen des NHB leisten fachliche Begleitung und inhaltliche Unterstützung.

Kooperationspartner sind das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege (NLD) als Betreiber der Denkmaldatenbank (ADABweb) und des Digitalen Denkmalatlas (DDA), der Landschaftsverband Südniedersachsen e.V. als regionaler Kulturförderer und Bildungsträger der Ortsheimatpflegerinnen und -pfleger, sowie die KIG Kulturlandschaft und Informatik GmbH als Betreiber der Kulturlandschaftserfassungs-Plattform KLEKs.

Das Projekt wird gefördert von:

Kulturlandschaftserfassung in Niedersachsen

Der Erhalt von historischen Kulturlandschaftsteilen, die an der Schnittstelle zwischen Natur- und Kulturdenkmal einzuordnen sind, leistet einen entscheidenden Beitrag zur Sicherung des Naturhaushaltes und des Landschaftsbilds, denn es handelt sich dabei meist um strukturgebende und vernetzende Elemente (Alleen, Hecken und Wege), Kleingewässer (ehemalige Ton- oder Rottekuhlen) oder andere artenreiche Biotope. Die Erfassung historischer Kulturlandschaftsteile durch Ehrenamtliche fördert zudem die lokale Identität und sensibilisiert das Bewusstsein für Erhaltens- und Schützenswertes. Überdies tragen häufig nur die profunde Ortskenntnis, lokale Präsenz und die Kontakte der lokalen und regionalen Akteure dazu bei, schützenswerte Objekte in der Landschaft auffinden, erkennen und erhalten zu können.

Dieser Erdwall begrenzte das herrschaftliche Hasengehege am ehemaligen Jagdschloss Weyhausen/Ldkr. Celle. (Foto: Florian Friedrich)

Das Projekt hat zum Ziel, die Erfassung von Kulturlandschaftsteilen in die Gegenwart der „Digitalität“ zu transferieren, indem verstärkt digitale Möglichkeiten genutzt werden, um die Erfassungsarbeit durch ehrenamtlich Engagierte zu erleichtern und zu verstetigen. Die ehrenamtlichen Erfasser werden vor Ort in zweitägigen Seminaren, bestehend aus einem Theorie- und Datenbankteil sowie einem Exkursionstag geschult. Begleitend werden entsprechende digitale Angebote (Dokumente, Tutorials und Erklärvideos, Foren) bereitgestellt. Der weitere Austausch zwischen den Akteuren erfolgt via Online-Forum im HeimatNetz des NHB. Im Verlauf des Projektes sollen 3 bis 5 Modellregionen gefunden werden, in denen entsprechende Schulungen stattfinden. Begonnen wird im Landkreis Göttingen.

Zielgruppen und Ergebnisse

Das Projekt richtet sich in erster Linie an kulturhistorisch und/oder naturkundlich interessierte Bürgerinnen und Bürger, die sich für den schonenden und bewussten Umgang mit Kulturlandschaft und Geschichte ihrer Heimat engagieren und zum nachhaltigen Schutz von Kulturlandschaftsteilen und des Landschaftsbildes beitragen wollen.

Die digital erfassten Kulturlandschaftsteile nutzen der interessierten Öffentlichkeit, indem sie Erholungssuchenden und Touristen als Grundlage für ihre Beschäftigung und Auseinandersetzung mit Natur und Landschaft dienen, aber auch Ausflugs- und Bildungsprogramme planenden Touristikern sowie Schulen und Bildungsträgern wie VHS oder LEB Hilfen und Grundlagen für ihre Angebote liefern. Die in der KLEKs-Datenbank erfassten Objekte sind u.a. über das HeimatNetz des NHB öffentlich zugänglich und perspektivisch über den digitalen Denkmalatlas Niedersachsen.

Untere Natur- und Denkmalschutzbehörden, Forst-, Bau- und Planungsverwaltungen, Ratsmitglieder, privatwirtschaftliche Planungsbüros sowie Forschungseinrichtungen, die als Arbeitsinstrument behördliche Erfassungssysteme für Planungsprozesse z.B. in Raumordnungsverfahren oder bei Bauvorhaben nutzen, können zukünftig digital erfasste Kulturlandschaftsteile berücksichtigen und ggf. zur Sicherung des Naturhaushaltes und des Landschaftsbildes erhalten.

Im Verlauf des Projektes sollen zusätzliche regionale Kooperationspartner gefunden werden.  Landschaftsverbände sowie Kreisheimatbünde und interessierte Heimatvereine spielen eine entscheidende Rolle als Vermittler vor Ort und bei der Suche nach Interessierten und der Motivation von ehrenamtlichen Meldern. Für die Entwicklung des virtuellen Lernorts wird u.a. eine Zusammenarbeit mit Trägern der Erwachsenenbildung und Hochschulprojekten angestrebt.

Kulturhistorische Wanderung am Tag des offenen Denkmals. (Foto: Florian Friedrich)

Zum Abschluss des Projektes wird es eine Fachtagung geben, bei der die Ergebnisse des Projektes der Öffentlichkeit vorgestellt werden, mitwirkende Ehrenamtliche von ihren Erfahrungen berichten und sich die Beteiligten mit Fachleuten zum Thema austauschen können. Die Projektergebnisse sowie die Tagungsbeiträge sollen abschließend als Dokumentation publiziert werden, um das Konzept auch in anderen Regionen vorstellen und weitere Personenkreise für das Thema interessieren zu können.

 

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.