Presse

Pressemitteilung

Hannover, den 17. Juli 2018

Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung, Niedersächsischer Heimatbund e.V.
Kulturlandschaften in Niedersachsen
Bingo-Umweltstiftung fördert Heimat-Broschüre

Die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung (NBU) beteiligt sich mit 30 000 Euro an einer reich bebilderten Broschüre über die Kulturlandschaften im Lande Niedersachsen. Der Niedersächsische Heimatbund (NHB) will mit Bildern und kurzen verständlichen Texten die vielfältigen Landschaften allgemein verständlich darstellen. Der Autor und Kulturlandschaftsforscher Christian Wiegand benutzt dazu als Grundlage eine eher für Experten in den Behörden gedachte, umfassende landesweite Erfassung der Kulturlandschaften, die der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten-und Naturschutz (NLWKN) gemeinsam mit dem Heimatbund zusammenstellt.

„Wir wollen mit der Broschüre das Bewusstsein und die Wertschätzung für die Vielfalt der niedersächsischen Kulturlandschaften fördern“, sagt NHB-Geschäftsführer Thomas Krueger, „Natur und Kultur sehen wir dabei als eine untrennbare Einheit.“

Die ganzheitlichen Portraits von 42 Kulturlandschaften werden breit gestreut, etwa über den NHB und über die Teilnehmer des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“. „So wird eine große Öffentlichkeit auf die Vielfalt, Eigenart und Schönheit der niedersächsischen Landschaft aufmerksam“, begründet Stiftungsgeschäftsführer Karsten Behr das Engagement der NBU. Die 100-seitige Broschüre bietet zudem Menschen eine Orientierung, die in Niedersachsen eine neue Heimat suchen.

Die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung fördert Umwelt- und Naturschutzprojekte sowie Projekte zugunsten der Entwicklungszusammenarbeit und der Denkmalpflege. Die Stiftung finanziert sich aus der Glücksspielabgabe und vor allem aus Einnahmen der Bingo-Umweltlotterie. Weitere Informationen unter www.bingo-umweltstiftung.de.

Pressemitteilung

Hannover, den 01. Juni 2018

Auf der Festversammlung des diesjährigen Niedersachsentages in Norden, am 26. Mai 2018 von 11:00 bis 13:00 Uhr, übergab der Präsident des Niedersächsischen Heimatbundes Prof. Dr. Hansjörg Küster dem Niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil die ROTE MAPPE 2018 des NHB. Schwerpunkte und Themen der ROTEN MAPPE sind u.a. der konkrete Schutz von Natur und Landschaft in verschiedenen Bereichen wie der Schutz des Nationalparks Wattenmeer oder von Wallhecken, der Schutz von Kriegsgräberstätten und die Förderung von Regionalkunde, Niederdeutsch und Saterfriesisch.

Die ROTE MAPPE ist der alljährliche Jahresbericht zur Heimatpflege, in dem sich der NHB mit Anregungen, Lob und Kritik zu grundsätzlichen Problemen und Einzelfällen aus allen Teilbereichen der Heimatpflege an die Landesregierung, aber auch an die kommunalen Gebietskörperschaften wendet. Die nunmehr 59. ROTE MAPPE umfasst auf 44 Seiten einen allgemeinen Beitrag zur Förderung von Integration in der Heimat- und Kulturpflege, zweiundzwanzig Beiträge zum Natur- und Umweltschutz, fünf zur Kulturlandschaft, je einen zu Denkmalpflege und Bodendenkmalpflege, drei zur Regionalgeschichte und -kultur in ländlichen Räumen und im Unterricht sowie zwei zu Niederdeutsch und Saterfriesisch. Den Abschluss bildet eine Betrachtung zur Heimat als notwendigem Bezugspunkt für alle Bürgerinnen und Bürger, gleich ob „eingeboren“ oder zugewandert.

Die Landesregierung hat sich im Vorfeld des Niedersachsentages intensiv mit den angesprochenen Fällen befasst und in der WEISSEN MAPPE zu den Anregungen, Fragen und Forderungen des NHB Stellung bezogen. Ministerpräsident Weil überreichte die WEISSE MAPPE dem Präsidenten des Niedersächsischen Heimatbundes, Professor Hansjörg Küster.

Der NHB macht vor allem auf die folgenden Beiträge zu den diesjährigen Schwerpunkten aufmerksam, die auch vom NHB-Präsidenten in seiner Rede zur Übergabe der ROTEN MAPPE besonders berücksichtigt wurden:

Der Grundsatzartikel 101/18 thematisiert die Bedeutung und Notwendigkeit, die den Heimatvereinen in Niedersachsen bei der Integration von Flüchtlingen zukommt. NHB-Präsident Hansjörg Küster sagte dazu: „Über die Zusammenhänge der Heimat muss man sich auch dann im Klaren sein, wenn wir Menschen, die neu zu uns kommen, möglichst rasch integrieren wollen. Sie brauchen einen Wissenszugang und einen emotionalen Zugang zu ihrer neuen Heimat. In einem Grundsatzartikel […] führen wir eine große Zahl an Projekten an, mit denen sich unsere Mitglieder, die Heimat- und Bürgervereine sowie andere Bildungseinrichtungen, um Integration von Flüchtlingen bemühen. Diese Aktivitäten sind sehr beeindruckend, und sie seien ausdrücklich zur Nachahmung empfohlen. Sie sind auch in der Broschüre „Heimat verbindet“ enthalten, die der Niedersächsische Heimatbund vor kurzem herausgegeben hat.“

Passend zum Tagungsort hat der NHB sechs Beiträge zu Eingriffen und Nutzungen im Nationalpark Wattenmeer in die ROTE MAPPE aufgenommen. Der Beitrag 218/18 mahnt an, „es leuchtet sowohl der Bevölkerung als auch den Experten nicht ein, dass in den strengsten Schutzzonen des Nationalpark nach wie vor gejagt werden kann,“ so NHB-Präsident Küster. Auch die „Verfelsung“ des Wattenmeeres mit Steinschüttungen gefährdet das Wattenmeer: „Immer mehr felsenähnliche Strukturen werden in Wattbereichen geschaffen, deren Sedimente eigentlich nur aus feinen, lockeren Bestandteilen bestehen sollten. Dadurch wird das auf der Welt einmalige Ökosystem des Flachküsten-Wattenmeers völlig verändert,“ so Küster (Beitrag 221/18).

Wallhecken, prägend in der Kulturlandschaft der Geest und zugleich Bodenerosionsschutz, sind immer wieder durch unsachgemäßen Schnitt bedroht, hier könnte das Beispiel Schleswig-Holstein Schule machen, meint der NHB (254/18).

In Sachen Denkmalpflege widmet der NHB einen großen Beitrag den Kriegsgräbern, für die sich der NHB mit der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten, dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und dem Landesamt für Denkmalpflege einsetzt: „Da ist viel Wegweisendes geschehen, aber nach wie vor gibt es Unklarheiten […] Welchen Pflegezustand hält die Landesregierung für Kriegsgräber als „würdig“ und wie soll dieser Zustand erreicht werden?“ Wie können die örtlichen Gräberlisten mit den in den Archiven bekannten Namenszusammenstellungen von Toten abgeglichen werden? „Auf der Grundlage dieses Datenabgleiches sollte es zu einer angemessenen Nennung der Namen der Toten an Ort und Stelle kommen, wo ihre Überreste bestattet wurden. Drittens muss das Engagement des Landes bei der wissenschaftlichen Forschung zum Thema hervorgehoben werden. Aber wie sieht die langfristige Perspektive für diese Forschung aus?“ so NHB-Präsident Küster (301/18).

Wo bleibt das Positive? – In der Bodendenkmalpflege betätigen sich viele Privatleute als Sondengänger und fördern eine große Menge an archäologischen Funden zu Tage. „Zwischen registrierten Sondengängern und der amtlichen Bodendenkmalpflege bestehen mittlerweile gute Kontakte. Aber die Dienststellen der Bodendenkmalpflege kommen mit dem Erfassen der Funde nicht nach. Hier könnte eine sehr gute Partnerschaft zwischen an Heimat interessierten Bürgern und Dienststellen der Bodendenkmalpflege entstehen, aber nur dann, wenn die Dienststellen entsprechend personell ausgestattet sind, um dem Ansturm an Material Herr zu werden. Wie könnte man hier eine Lösung finden?“ fragt der NHB (351/18).

Viele Menschen im Lande beschäftigen sich mit ihrer Regionalgeschichte, doch sie benötigen Unterstützung, die der NHB gern leistet. Hier bittet der Verband um weitere Unterstützung, auf dass den Regionalforschern der Übergang in das digitale Zeitalter besser gelingen möge (401-403/18).

Immer erfolgreicher hat sich in den letzten Jahren die Arbeit an den Themen „Niederdeutsch und Saterfriesisch“ entwickelt. Die Sprachen haben heute einen höheren Stellenwert als noch vor ein paar Jahren. Doch es sind noch notwendige weitere Wege zu gehen, bei denen der NHB gern und tatkräftig mitschreitet. „Wir brauchen eine dauerhafte Perspektive für die Ausbildung von Lehrern, die diese Sprachen unterrichten sollen. Und wir brauchen Handreichungen, wie der Unterricht durchgeführt werden soll. Es freut mich natürlich besonders, dass ich hier auf eine Handreichung der Ostfriesischen Landschaft besonders hinweisen kann, die wegweisend ist und zum Vorbild für weitere ähnliche Druckwerke werden kann“, so abschließend NHB-Präsident Küster (501/18 und 502/18).

 

Pressekontakt:

Niedersächsischer Heimatbund e.V.
Thomas Krueger
Geschäftsführer
An der Börse 5-6
30159 Hannover
Fon 0511 – 368 12 51
Fax 0511 – 363 27 80
Heimat@niedersaechsischer-heimatbund.de

www.niedersaechsischer-heimatbund.de

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