Denkmal(e) leben

Die gesellschaftliche Wahrnehmung von Denkmalpflege und Denkmalschutz hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Denkmalpflege wird immer mehr als Hindernis wahrgenommen, dass man lieber umgehen möchte. Es existieren große regionale Unterschiede, die sich häufig durch die Zusammenarbeit der Denkmalbehörden mit den Denkmaleigentümern erklären lassen. Wo der Kontakt gut, die Zusammenarbeit konstruktiv und Ansprechpartner klar definiert sind, hat die Denkmalpflege in Niedersachsen auch heute noch einen positiven Stand. Trotzdem heißt es bei vielen Bauvorhaben, man hätte es „trotz“ der Denkmalpflege umsetzen können.

Dabei spielen der Erhalt und die Dokumentation von Denkmalen und Baukultur eine wichtige Rolle, nicht nur für die Regionalgeschichte. Regionale Baukultur, die für sie prägenden Formen und Baumaterialen, sind Teil des Landschaftsbildes, in dem jeder lebt. Sie bestimmen wesentlich unser Bild von Orten. Finden wir einen Ort schön und wollen uns dort aufhalten, hat dies immer etwas mit der regionalen Baukultur zu tun. Sie ist touristischer Anziehungspunkt aber auch Teil der eigenen regionalen Identität. Die Auseinandersetzung mit regionaler Baukultur, ihrer Geschichte, Bedeutung und Techniken fördert die Beziehung zur Landschaft und Region.

Um ein Bewusstsein für sie entwickeln und sich für ihren Erhalt einsetzen zu können, muss man mehr über sie erfahren und einen Blick für regionale Besonderheiten entwickeln. Dieses Wissen über regionale Baukultur kann nur durch Kommunikation mit den Bürgern vor Ort weitergegeben werden. Denkmalpflege, Architektur und Baukultur müssen kommuniziert werden. Dies gilt sowohl für den Erhalt von bestehenden Baudenkmalen als auch für die neuen Gebäude in den Orten.

Mit der Vorstellung von „best practice“-Beispielen und persönlichen Erfahrungen über die Begleitung von Baudenkmalen, ihren Herausforderungen, Vor- und Nachteilen und den typischen Merkmalen des Denkmales möchte der Niedersächsische Heimatbund in einer Publikation diesen Anstoß geben.

Das Projekt wird von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung gefördert.