Alleen des Monats

Jeden Monat präsentiert die Fachgruppe Kulturlandschaft des NHB aus den erfassten Alleen des vergangenen Monats eine besondere Allee, die sie mit dem Titel Allee des Monats kürt.

Der Drögen-Hasen-Weg ist die Allee des Monats November 2017!

Der Weg führte früher durchs Ortszentrum von Wechloy und war mit Kopfsteinpflaster versehen. 1856 entschied der Bauernvogt Gerd Bruns 137 Stiel-Eichen entlang der Dorfstraße zu pflanzen – die Allee ist also bereits über 160 Jahre alt. Die Eichen stehen zum Großteil noch heute und wurden 1991 per Verordnung zum Naturdenkmal der Stadt Oldenburg erklärt und stehen dadurch unter Schutz. In der Begründung wird festgehalten, dass durch den gleichmäßigen Wuchs der Bäume zu allen Jahreszeiten der Eindruck eines „Hallencharakters“ vermittelt werde und die Allee wegen ihrer besonderen Eigenart und Schönheit im Stadtgebiet von Oldenburg selten sei.

Der NHB teilt diese Ansicht und zeichnet die knapp 1,5 km lange Allee daher als Allee des Monats November 2017 aus. Der Weg ist nach der Gastwirtschaft „Zum Drögen Hasen“ benannt, die sogar schon seit 1846 besteht. Auch hier hatte Gerd Bruns seine Hände im Spiel, der 1848 die Konzession für die „Krug- und Schenkwirthschaft“ erhielt. Die Allee ist somit nicht nur aus naturschutzfachlicher Sicht wertvoll, sondern zeugt von der Kulturgeschichte Wechloys als heutiger Stadtteil von Oldenburg. Der „Heimatverein Wechloy“ pflegt dabei nicht nur die plattdeutsche Sprache und das heimatliche Brauchtum, sondern ist laut Satzung auch zum Umwelt-, Landschafts- und Denkmalsschutz verpflichtet und trägt so zum Erhalt des Drögen-Hasen-Wegs bei.

Foto: M. Peters.

Die Berg-Ahorn-Allee südlich von Sankt Andreasberg ist die Allee des Monats Oktober 2017!

Die Allee liegt mitten im Wald und ist Teil des Baumlehrpfades am beliebten John-Kothe-Weg, der am Südosthang des Glockenberges verläuft. Zunächst führt die Allee über eine kleine Lichtung mit einem schönen Ausblick in den benachbarten Wäschegrund (Foto 1). Anschließend schlängelt sich die Allee in den Wald hinein (Foto 2). Trotz des die Allee umgebenden Waldes geht der Alleencharakter auf einer Länge von knapp 150 Metern nicht verloren und die alten Bäume ergeben ein schönes und homogenes Gesamtbild. Neben dem dominierenden Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus) finden sich Gewöhnliche Rosskastanien (Aesculus hippocastanum) und Gewöhnliche Eschen (Fraxinus excelsior) als Einzelbäume in den zwei Baumreihen. Gerade mit den herbstlichen Laubverfärbungen ist der Harz und speziell diese Allee einen Ausflug wert!

Foto: M. Peters.

Die Eschen-Allee im Heppenser Groden in Wilhelmshaven ist die Allee des Monats September 2017!

Die Allee verläuft über eine Länge von knapp 850 m entlang des Ölhafendamms und überzeugt durch ihre hohe Vollständigkeit, das geschlossenen Kronendach und den dadurch entstehenden Tunnel-effekt. Da das Stadtgebiet hier auch durch landwirtschaftliche Flächen geprägt wird, weist die Allee einen landschaftsprägenden Charakter auf. Die Auswahl der Allee in Wilhelms-haven steht stellvertretend für die hohe Anzahl an Eschen-Alleen an der Nordseeküste, deren Vorkommen sich in den Marschbereichen dieser Region im landesweiten Vergleich häuft.

Zudem möchten wir mit dieser Auswahl auf das Eschentriebsterben hinweisen, dass die heimische Esche (Fraxinus excelsior) massiv in ihrer Verbreitung und Entwicklung beeinträchtigt. Das Eschentriebsterben konnte in Deutschland erstmals 2002 beobachtet, ein Erreger 2007 nachgewiesen und 2010 identifiziert werden: Das Falsche Weiße Stängel-becherchen (Hymenoscyphus pseudoalbidus) kommt ursprünglich aus Japan, wo es die Mandurische Esche befällt, und hat sich inzwischen über fast ganz Europa ausgebreitet. Während in Japan eine wechselseitige Anpassung (Koevolution) stattgefunden hat, entsteht bei der heimischen Esche durch den Befall mit dem Pilz ein chronischer oder letaler Krankheitsbefall. Ab Mitte Juli treten an den Blättern der Esche braune Nekrosen auf, die die Blätter welk werden lassen und letztendlich zu einem verfrühten Blattfall führen. Ältere Eschen können diese Kronenauflichtung durch Ersatztriebe und eine Verbuschung der Krone auffangen, während bei jungen Eschen die Nekrose schnell stammumfassend wird und die Pflanze somit binnen weniger Jahre komplett abstirbt. Ein kleiner Prozentsatz der Eschen zeigt jedoch eine Resistenz, sodass möglicherweise zukünftig eine unanfälligere Eschengeneration entstehen könnte. Die Allee in Wilhelms-haven wies zum Zeitpunkt der Begutachtung allerdings noch keine Schäden auf.

Weitere Informationen zum Eschentriebsterben finden sich unter: www.eschentriebsterben.de

Fotos: M. Peters.

Die Heinder Allee ist die Allee des Monats August 2017!

Die Allee im gleichnamigen Ort ist ein historischer Kirchweg zwischen der Kirche in Heinde und dem Nachbarort Listringen, hat ihren Ursprung im zweiten Drittel des 19. Jahrhunderts und ist als Naturdenkmal geschützt. Die Besonderheit besteht in der einmaligen Pflanzdichte der Allee. Auf einer Länge von etwa einem Kilometer wurden circa 670 Winter-Linden gepflanzt. Dies entspricht einem Gehölzabstand von drei Metern innerhalb der Reihe.
Damals wie heute stehen der Kirchweg und seine Allee der Öffentlichkeit zum Flanieren bzw. zum Kirchgang zur Verfügung. Dies kann am Sonntag, 17. September 2017 ab 16 Uhr auf eine besondere Art und Weise geschehen: Im Rahmen der Niedersächsischen Musiktage findet innerhalb des einzigartigen Naturdenkmals ein Wandelkonzert statt.
Das Publikum wird vom Bläserchor Heinde in der barocken Dorfkirche von Heinde begrüßt. Anschließend führt das Konzert über den alten Kirchhof, zur Heinder Allee und durch diese hindurch. An der rund einen Kilometer langen Strecke gibt es musikalische Entdeckungen und akustische Wegmarken, die von Studierenden des Instituts für Musik und Musikwissenschaft der Universität Hildesheim unter der Leitung von Prof. Matthias Rebstock konzipiert wurden. Das Wandelkonzert endet mit einem Auftritt des Ensembles hornroh, die unter freiem Himmel auf ihren geheimnisvoll-archaisch klingenden Alphörnern spielen.
Weitere Informationen zu der Veranstaltung finden sich unter https://www.musiktage.de/de/konzerte/konzert/819

Fotos: M. Peters.

Die Evenburg-Allee in Leer ist die Allee des Monats Juli 2017!

Die in vier Reihen angelegte und knapp 900 Meter lange Allee führt direkt auf das Schloss Evenburg zu und weist durch die mächtigen Linden, Eichen und Buchen eine landschaftsprägende Wirkung auf.
Die 1642 errichtete Evenburg umgab zunächst ein Barocker Garten, der nach und nach in einen Englischen Garten mit einer malerischen Landschaft umgewandelt wurde. Die Evenburg-Allee wurde 1787 erstmals auf einer Karte erwähnt, 1861 noch einmal erweitert und behielt ihre barocke Bestimmung bis heute. Zwar mussten inzwischen alle Bäume der ersten Pflanzung ausgewechselt werden, aber auch der aktuelle Bewuchs mit prächtigen Linden in der Hauptallee und Eichen und Buchen in den Seitenalleen führt zu einem kathedralartigen Eindruck. Dabei ist vor allem der sogenannte ‚Himmelsstrich‘ zu beachten, der von den Park-Verantwortlichen bewusst freigehalten wird.

Seit Mai 2014 ist das Schloss Evenburg zudem als Zentrum für Gartenkultur geöffnet, indem verschiedenen Dauer- und Sonderausstellungen zu verschiedenen Aspekten der Gartenkunst zu bestaunen sind. Zudem werden auch Gärtnersprechstunden, Führungen durch den denkmalgeschützten Park und Gartenvorträge angeboten. Informationen zum Zentrum für Gartenkultur sind unter http://evenburg.landkreis-leer.de/Schloss-Park-Evenburg/Zentrum-f%C3%BCr-Gartenkultur einsehbar.

Foto: M. Peters.

Bombergallee - Foto: Max. Peters.

Die Bombergallee in Bad Pyrmont ist die Allee des Monats Juni 2017!

Die gut 500 Meter lange Allee kann als Teil der Pyrmonter Gartengestaltung gesehen werden, bei der die gestalterischen Elemente des Barock mit denen des englischen Landschaftsparks miteinander verbunden werden.
Die Allee zeichnet sich dadurch aus, dass die Linden noch heute aus der ersten Pflanzung von 1883 stammen und somit bereits über 130 Jahre alt sind. Zudem stehen die Bäume in einem dichten Abstand von sechs Metern, wodurch ein beeindruckender „Tunneleffekt“ entsteht. Die Bombergallee stellt zudem eine Verbindung zur Klosterallee her und gliedert auch die später geschaffenen Bereiche des Bergkurparks in Bad Pyrmont. Gleichzeitig entsteht eine „Grüne Achse“, die den historischen Kurpark, den Bergkurpark und den Wald des Bombergs vereinigt.
Verantwortlich für die Allee ist Friedrich Dirks, der diese am 18. April 1883 erstmals seinem Auftraggeber Fürst Georg Victor von Waldeck-Pyrmont präsentieren konnte.

Foto: M. Peters.

Die Von-Steuben-Allee in Quakenbrück ist unsere Allee des Monats Mai 2017.

Die etwa zwei Kilometer lange Allee steht dabei repräsentativ für die Landschaft des Artlandes im Binnendelta der Hase, die noch immer reich an Alleen ist.
Die besonders markante Von-Steuben-Allee besteht aus über 150 Jahre alten Stieleichen und führt entlang der Deichhase von der Sohlgleite zur Quakenbrücker Altstadt. An der Sohlgleite werden die größeren Wassermassen der Hase seit dem 18. Jahrhundert um die Stadt herumgeführt, und der dadurch ruhige frühere Hauptarm des Flusses kann als Deichhase von der Allee auf eben diesem Deich begleitet werden.
Die Von-Steuben-Allee durchzieht dabei mit landschaftsprägender Wirkung die flache Weidelandschaft östlich von Quakenbrück und wird von Kraftfahrzeugen verschont. Beliebte regionale und überregionale Wanderwege führen über diese Strecke im Schatten der Eichen und über Abzweigung der Flussarme gelangt man in die historische Fachwerk- und frühere Hansestadt Quakenbrück.
Schon in dem alten „Nationallied“ des Artlandes werden die flussbegleitenden Alleen besungen:

„Wo saft‘ge Äcker gold’ne Saaten tragen,
wo knorr’ge Eichen auf zum Himmel ragen,
sich spiegeln in des Flusses klarer Flut:
da ist mein schönes Artland, da ist’s gut!“

Foto: M. Peters.

Die Allee des Monats April 2017 ist die Eichenallee im Naturschutzgebiet Bornbruchsmoor!

Die Allee besteht aus über 100 Jahre alten Stieleichen und führt entlang des Waldlehrpfades im Naturschutzgebiet (NSG). Das NSG liegt östlich der Ortschaft Knesebeck im Landkreis Gifhorn und wird von den Niedersächsischen Landesforsten betreut. Die systematisch an den Wegen angepflanzten Eichen zeugen dabei von den Bemühungen, den kulturhistorischen Weg zur Burg Knesebeck gegen die Gräben zu sichern. Neben den Gräben sind zudem die Kiefern und Eichen im Wald die Zeugen der Entwässerung und forstwirtschaftlichen Nutzung des Moores. Sauerstoff und Nährstoffe sind im sandigen Moorboden Mangelware, sodass sich hier ohne menschliche Einflüsse nur bestimmte Pflanzenarten durchsetzen. Seit 1972 wurde die Bewirtschaftung im Gebiet eingestellt und so kann sich ein Wildnisgebiet entwickeln. Nach und nach staut sich das Wasser wieder an, Totholz wird im Wald belassen und die Baumverjüngung erfolgt auf eine natürliche Weise. Dadurch kommt am Standort ein Moorbirken-Bruchwald zurück. Die Allee führt entlang des Walderlebnispfad Knesebeck durch den Naturwald, der mit seinen zahlreichen Informationstafel umfangreich über das Leben und die Entwicklung im Wald informiert und ein sehr schönes Ausflugsziel für den Frühling darstellt.
Darüber hinaus finden sich im Landkreis Gifhorn eine Vielzahl erhaltenswerter Alleen, die durch das hohe Alter der Bäume, ihre Vollständigkeit, den durchgängigen Kronenschluss über der Fahrbahn oder ihrer kulturhistorischen Bedeutung prägende Landschaftsbildelemente darstellen. Dazu gehört beispielsweise die Sommerlindenallee an der K 1 nördlich von Lüsche, die Allee aus Linden und Ahorn an der B 244 zwischen Isenhagen und Hankensbüttel sowie die Birkenallee an der L 265 bei Bokel. Gerade letztere ist durch die geplante Erneuerung und Verbreiterung der Landstraße gefährdet und es gilt die Interessen des Naturschutzes und die Belange der Verkehrssicherungspflicht sorgsam abzuwägen, sodass die Allee hoffentlich erhalten bleiben kann.

Foto: M. Peters.

Allee des Monats März 2017 ist die Eichen-Allee am Süd-Nord-Kanal bei Georgsdorf!

Es handelt sich um eine Besonderheit in Niedersachsen, da die über 100-jährigen Eichen auch den Kanal säumen und so eine Allee an einer Wasserstraße entsteht. Daneben verläuft zusätzlich ein kleiner Weg, der ebenfalls als Allee angelegt ist. Als Teil des Kanals steht die gut 2,5 km lange Allee auch unter Denkmalschutz. Sie soll mit dieser Auszeichnung stellvertretend für die Alleen entlang des weit verzweigten Kanalsystems in der Grafschaft Bentheim und im Emsland stehen. Die Kanäle wurden zwischen 1871 und 1904 gebaut und dienten neben dem Gütertransport auch der Entwässerung der Moore. Die Schiffe wurden dabei bis zum Einsatz von Motorschiffen mit Segeln oder durch Treideln angetrieben. Dabei zogen Pferde die Schiffe stromauf. Die alten Treidelwege sind teilweise noch zwischen Baumreihe und Kanal erkennbar und werden heute zum Spazieren oder Joggen genutzt. Weitere wertvolle Alleen finden sich beispielsweise am Nordhorn-Almelo-Kanal, am Ems-Vechte-Kanal oder am Coevorden-Piccardie-Kanal. Hier sind entweder die Wasserstraßen oder die Wege neben den Kanälen als Allee angelegt. Jedoch nur in Georgsdorf findet sich beides gleichzeitig, wodurch drei Reihen entstehen und die Allee unser Favorit geworden ist.

Foto: M. Peters.

Die Allee des Monats Januar/Februar 2017 ist die historische Eichenallee in Neuhaus/Solling!

Diese über 260 Jahre beeindruckende alte Allee steht stellvertretend für das Mitte des 18. Jahrhunderts durch Johann Georg von Langen angelegte und mindestens niedersachsenweit einzigartige System von Eichenalleen, das in Teilen noch erhalten ist. Die Anlage der Alleen stand um 1750 in Zusammenhang mit der Vermessung und Neueinteilung der Forsten im Solling sowie der erstmaligen Anlage neuer, gerader Wege.
Die Niedersächsische Landesforsten im Solling erhalten und ergänzen die Eichenalleen, auch um die Eichenbestände miteinander zu verbinden und die Lebensräume spezialisierter Bewohner alter Eichen wie Mittelspecht und Hirschkäfer zu vernetzen. In einem Patenschaftsprojekt zwischen dem Forstamt Neuhaus und der Georg-von-Langen-Schule in Holzminden pflanzen auch die Absolventen der Abschlussjahrgänge Alleebäume, um auch langfristig die typischen Eichenalleen zu erhalten.

Foto: A. Hoppe.

Allee des Monats Dezember 2016

Zum letzen Mal in diesem Jahr präsentieren wir die Allee des Monats: die Sommerlindenallee in Marxen im Landkreis Harburg wird zur Allee des Monats Dezember 2016.

Aufgrund ihrer Geschlossenheit und landschaftsprägenden Wirkung zählt sie zweifellos zu den wertvollsten Alleen im Nordosten Niedersachsens. Besonders an klassifizierten Straßen (Bundes, Landes- und Kreisstraßen) sind solche Alleen sehr selten geworden. Die meisten Alleen sind dem Ausbau der Straßen in den 1950er bis 1970er Jahren zum Opfer gefallen. Um so bemerkenswerter ist es, dass der Landkreis Harburg seit Jahren systematisch anhand eines „Leitfadens zum Erhalt und Schutz von Alleen und Baumreihen im Landkreis Harburg“ Nachpflanzungen von Straßenbäumen durchführt.
An der jetzt ausgezeichneten, 1,3 Kilometer langen Allee erfolgte im Winter 2015/2016 eine Nachpflanzung von 44 Bäumen. Insgesamt sind im Kreisgebiet seit dem Winter 2011/2012 an 14 Alleenabschnitten an Kreisstraßen insgesamt 660 Bäume nachgepflanzt worden, als Kompensation für aus Gründen der Verkehrssicherheit gefällte Bäume oder auch als Ausgleichsmaßnahme von Neuversiegelungen.
Diese Vorgehensweise sollte beispielgebend für viele weitere Kommunen sowie das Land und den Bund sein.

Foto: A.  Hoppe.

Allee des Monats November 2016

Heute präsentieren wir Ihnen die Allee des Monats November 2016: Es handelt sich um die Meedenstraße in Varel-Moorhausen im Landkreis Friesland!

Bei der fast wie eine gotische Kathedrale wirkenden Allee handelt sich um eine dammartig angelegte und gepflasterte Moorstraße, die auf einer Länge von 2400 m von mehr als 100-jährigen dicht an dicht stehenden Eichen flankiert wird, die mit ihren tiefreichenden Wurzeln zur Stabilität der Allee auf dem weichen Mooruntergrund maßgeblich beitragen. Der Name dieser Allee „Meedenstraße“ ist herzuleiten von Mehde – Mähde – Mahd, Namen für Wiesen/Mähland.
Die sechzehn in Varel vorkommenden Mooralleen sind durch zunehmenden Verkehr gefährdet, weil die Fahrbahnen in Teilen einsinken können.
Die Erfassung dieser Allee und die wunderbaren Fotos sind Heidrun Heinze von der NABU-Ortsgruppe Varel zu verdanken, die zusammen mit Elsbeth Lohmann allein im Gebiet der Stadt Varel 42 Alleen mit einer Gesamtlänge von fast 35 Kilometern sowie zahlreiche weitere in den angrenzenden Gemeinden sowie im Landkreis Ammerland dokumentiert hat. Wir freuen uns sehr und bedanken uns herzlich für das großartige Engagement!

Foto: H. Heinze, Varel.

Allee des Monats Oktober 2016

Die Graf-Stolberg-Allee in Melle-Sondermühlen im Landkreis Osnabrück ist die Allee des Monats Oktober 2016. Benannt ist die Allee nach dem Dichter Friedrich Leopold Graf zu Stolberg, der 1819 auf Gut Sondermühlen starb. Die wunderbare vierreihige Allee aus ca. 170-jährigen Stiel-Eichen führt von der ehemaligen barocken Gartenanlage des Gutes Sondermühlen bis zum Sondermühlener Holz, durch das sich die Allee bei ihrer Anlage im frühen 18. Jahrhundert in mehrere Wegstrahlen verzweigte. Von diesen Alleeverläufen im Wald, die neben der Funktion als Zuwegung wohl auch der Jagd dienten, sind noch zwei Wege vorhanden. In der Mitte der Allee verläuft der Fahrweg, der bei der Anlage hohlwegartig vertieft wurde, um einen durchgehenden Blick bis in den Wald zu haben. Auf beiden Seiten verläuft zwischen den Baumreihen ein schmaler Fuß- bzw. Reitweg.
Nach dem Erwerb des Gutes Sondermühlen durch den Grafen von Platen Hallermund im Jahr 1972 konnte seine Tochter Sabine Freifrau von Richthofen im Jahr 2005 die Allee erwerben, die seit der Säkularisierung im Besitz des Landes Niedersachsen war. Die Allee wurde seither umfassend saniert, von der Naturverjüngung befreit und nachgepflanzt. Die durch eine Hochspannungsleitung entstandene Lücke ist mit Holländischer- und Sommer-Linde bepflanzt. Aufgrund der Höhenbegrenzung unter der Freileitung sollen die Linden als girlandenartige Festonallee geformt werden. Als Einzelbäume begleiten die Allee auch Vogel-Kirschen und Rotbuchen. Am Beginn der Allee stehen als eine Art Entrée auf jeder Seite Rosskastanien.

Foto: A. Hoppe.

Allee des Monats September 2016

Die aktuelle Allee des Monats ist kulturhistorisch besonders spannend und wertvoll:
Der Hubeweg folgt in weiten Teilen der mittelalterlichen Heerstraße Richtung Hannover über den Höhenzug Hube, die zugleich wichtiger Handelsweg war. Um 1775 entstand auf dieser Trasse eine moderne, von einer Allee begleitete Chaussee, die nur auf den besonders steilen Strecken in der Stadt Einbeck und unmittelbar nördlich davon abwich. Von dieser Allee berichtet der Reisende Christoph Meiners in seinem Reisenotizen bereits 1788 von den "regelmässigen schon in grosser Ferne prangenden Reihen von Bäumen, womit sie bepflanzt ist..."
Von diesen Bäumen der ersten Generation sind noch eine große Anzahl in der Allee vorhanden. Dabei handelt es sich um Sommerlinden, die einen Durchmesser bis über einen Meter haben. Diesen alten Bäume zeigen Merkmale einer früheren Schneitelung, d.h. sie sind wie Kopfweiden in ca. 3-4 m Höhe geschnitten worden, möglicherweise um das Laub als Futter und die Äste als Brennholz zu verwenden, wie es früher üblich war.
Die nachgepflanzten Alleebäume bestehen meist aus Holländischen Linden oder aus Rosskastanien.
Bis in das 19. Jahrhundert hinein wurden die Chausseen, so wie der Hubeweg auch, in möglichst gerader Strecke auch über Höhenzüge gebaut, auch wenn die Unfallgefahr hoch war. Zwischen 1827 und 1830 entstand die Kuventhaler Chaussee, die westliche Umleitung der Hube, auf der heute noch die B3 verläuft. Als Verkehrsweg verlor der Hubeweg an Bedeutung, die Allee blieb dadurch erhalten.

Foto: A. Hoppe.

Allee des Monats August 2016

Die aktuelle Allee des Monats ist die Sommerlindenallee am Weyerberg in Worpswede, die schon zu Zeiten von Heinrich Vogeler, Paula Modersohn und Fritz Mackensen existent war. Sie führt am Kaffee Worpswede (von Bernhard Hoetger 1925) und an der Kaseglocke (nach Plänen von Bruno Taut 1926) vorbei. Sie ist dreireihig, zwei Reihen begleiten die Straße, mit einer weiteren Reihe wird der Fußweg abgeschlossen.

Foto: A. Hoppe.

Allee des Monats Juni/Juli 2016

Aufgrund der kleinen Sommerpause erscheint die aktuelle Allee des Monats erst jetzt: es handelt sich dabei um eine höchst ungewöhnliche und für Niedersachsen einzigartige Allee aus Sumpfzypressen, die in der Mitte von Rhododendren begleitet werden und direkt auf das Schloss zuführt. Im Rahmen des Projektes ist es ist die erste Nadelbaumallee überhaupt in Niedersachsen.

Die Rhododendren sind inzwischen gut 100 Jahre alt, die Sumpfzypressen noch deutlich älter. Möglicherweise erfolgte die Pflanzung dieser aus Nordamerika stammenden Baumart, weil sie den in Hagenburg vorhandenen feuchten Boden sehr gut verträgt und dazu spezielle oberirdische Wurzeln (sog. Atemknie) ausbilden, die der Versorgung der Wurzeln mit Sauerstoff sowie der Verankerung im weichen Boden dienen.

Foto: A. Hoppe.

Allee des Monats Mai 2016

Zum letzten Post passt auch die Allee des Monats Mai 2016: Nördlich von Hunteburg, in einem ehemaligen Niedermoorgebiet, den Dammer Wiesen, verläuft eine Allee aus ca. 90-jähriger Schwedischer Mehlbeere durch das Gebiet. Die ganze Allee steht gerade in Vollblüte und summt geradezu vor lauter Bienen und verströmt einen angenehmen, fast betörenden Duft ( = Blühende Alleen VI).

Foto: A. Hoppe.

Allee des Monats April 2016

Mit etwas Verzögerung kommt unsere Allee des Monats April 2016, eine Birnbaumallee bei Vockfey im Amt Neuhaus im Landkreis Lüneburg. Sie steht auch stellvertretend für die vielen schönen Obstbaumalleen, die dort noch erhalten sind und fachgerecht gepflegt werden.

Foto: A. Hoppe.

Allee des Monats März 2016

Wie gemalt wirkt das Foto Allee des Monats März 2016.  Die 112-jährige Bergahorn-Allee in Driftsethe (südlich von Bremerhaven) dient bis heute als Zufahrtsallee zum Haus Wittenborgh am Weißenberg (Privatweg). Die Allee besteht aus über hundert Bäumen und hat eine Länge von rund 500 Metern. Seit 2008 ist diese Allee ein geschützter Landschaftsbestandteil des Landkreises Cuxhaven.

Foto: C. van der Elst.

Allee des Monats Februar 2016

Unsere Allee des Monats Februar 2016 ist die von Linden gesäumte Roedenbeckstraße (Kreisstraße 6), die durch Badenermoor bei Achim (Landkreis Verden) führt. Die Lindenallee besticht dabei durch ihre Geschlossenheit auf mehr als zwei Kilometern Länge. Man fährt im Sommer auf weiter Strecke wie in einem grünen Tunnel. Zudem wird sie regelmäßig gepflegt und Lücken werden nachgepflanzt.

Foto: A. Heinze.

Allee des Monats Januar 2016

Die Lindenallee am Maschsee in Hannover ist die Allee des Monats Januar 2016. Die auf mehr als 2,5 km Länge an der Ostseite des Maschsees und am Rudolf-von-Bennigsen-Ufer verlaufende Allee entstand bereits um den Beginn des 20. Jahrhunderts im Zusammenhang mit der Errichtung des Maschparks und des Neuen Rathauses. Sie ist damit älter als der 1934-1936 entstandene Maschsee. Sie steht unter Denkmalschutz.

Foto: A. Hoppe.

Allee des Monats Dezember 2015

Allee des Monats Dezember 2015 ist eine Lindenallee, die zum Ehrenmal für die Gefallenen der Weltkriege am Kahlberg bei Kalefeld (Bad Gandersheim) führt. Im Ersten Weltkrieg starben im kleinen Ort Kalefeld 42 Männer. Die Gemeinde in den Jahren nach dem 1. Weltkrieg den Beschluss fasste, ein Ehrenmal für die 42 im Krieg gefallenen Männer der Ortschaft zu errichten, wurden für jeden Gefallenen ein Baum gepflanzt. Über diese Lindenallee führt der Weg über eine in die Felsen geschlagene Aufgangstreppe zum Ehrenmal. Heute sind noch 36 Bäume vorhanden.

Foto: S. Oppermann.

Allee des Monats November 2015

Unsere Allee des Monats November 2015 ist eine Lindenallee an einer Klinkerstraße in Werlte im Emsland. Sie ist zwar erst Anfang der 1950er Jahre entstanden, aber prägt bereits die Landschaft. Sehr beeindruckend und inzwischen selten geworden ist auch der Straßenbelag aus Klinkerpflaster.

Foto: A. Hoppe.

Allee des Monats Oktober 2015

Die Allee des Monats Oktober 2015 ist eine ganz besondere: Die Allee aus Sommerlinden beeindruckt durch ihre Schieflage. Sie steht auf einem Sanddamm, der in das Moor als Zufahrt zur Wasserburg Alt-Barenaue gebaut wurde. Die Linden gerieten aufgrund des weichen Moorbodens und des Gewichts der Baumkronen in Schräglage. Die Lindenallee Alt-Barenaue ist bereits seit 1936 Naturdenkmal.

Foto: A. Hoppe.

Allee des Monats September 2015

Allee des Monats September 2015 ist die etwa einen Kilometer lange, geschlossene, ältere Apfelbaumallee in Mariensee bei Neustadt in der Region Hannover. Obstbaumalleen sind in Niedersachsen selten geworden, das gilt besonders für die Geestgebiete nördlich einer Linie Osnabrück-Braunschweig (mit Ausnahme des Amtes Neuhaus).

Foto: A. Hoppe.

Allee des Monats August 2015

Allee des Monats August 2015 ist die Allee an Reininger Straße in Hunteburg. Sie Allee besteht überwiegend aus Winterlinden. Alle Zufahrtsstraßen in Hunteburg sind mit Alleen bestanden, das macht Hunteburg zu einer Besonderheit unter den niedersächsische Orten. Dank einer Bürgerinitiative vor Ort ist es gelungen, den Alleedorfcharakter von Hunteburg bisher weitgehend zu bewahren.

Foto: A. Hoppe.

Allee des Monats Juli 2015

Allee des Monats Juli 2015 ist die aus alten Sommerlinden mit einzelnen Eichen aufgebaute malerische Allee am Bantelner Kirchweg. Sie zeichnet sich im mittleren Teil durch ihre Lage am Steilufer der Leine aus. Direkt am Kirchweg zwischen den beiden Orten lag im Mittelalter das Dorf Feldberg, dessen ehemalige umgebaute Kirche heute als Friedhofskapelle dient. Die als Natur- und Kulturdenkmal geschützte Allee ist in einem guten Zustand, abgängige Bäume werden umgehend nachgepflanzt.

Foto: A. Hoppe.