Citizen Science

Heimatforschung und Citizen Science

Die Begriffe Citizen Science und Bürgerwissenschaft hören sich nach jungen Phänomenen an und tauchen derzeit in vielen Diskussionen um Wissenschaft und Partizipation auf. Sie beschreiben aber einen in der niedersächsischen Heimatforschung bekannten und erprobten Vorgang: “Laien” forschen zu regionalen Themen und arbeiten am lokalen Beispiel historische Sachverhalte auf. Sie sammeln Objekte und Dokumente für Ortsarchive oder Heimatmuseen; sie schreiben Ortschroniken oder Artikel für die Vereins- oder Lokalzeitung; sie gestalten Ausstellungen für Museen oder arbeiten an Publikationen zu einem bestimmten Thema. Durch diese ehrenamtliche Arbeit produzieren sie wissenschaftliche Erkenntnisse, mal in Zusammenarbeit mit hauptamtlichen Wissenschaftlern, mal ohne.

Dass diese Zusammenarbeit Vorteile für beide Seiten haben kann, zeigte sich bereits bei den Heimatforscherfortbildungen des Niedersächsischen Heimatbundes e.V. (NHB) der letzten dreißig Jahre. Hier wurde nicht nur deutlich, dass einige Heimatforscher Interesse an einer gezielteren wissenschaftlichen Weiterbildung haben, sondern dass es auch einen Erkenntnisgewinn für die hauptamtlichen Forscher geben kann. Der NHB möchte herausfinden, wie und ob eine solche Kooperation wieder gelingen kann. Ist sie von beiden Seiten überhaupt gewollt? Bietet sie sich bei bestimmten Themen besonders an und bei welchen sollte man davon Abstand nehmen? Welche Probleme könnten auftauchen oder waren in der Vergangenheit bereits vorhanden? Wie hat die bisherige Zusammenarbeit funktioniert, wenn es sie gegeben hat? Und was braucht die Heimatforschung in Niedersachsen?

Der NHB diskutiert diese Fragen seit 2015 in der Reihe "Tage des Heimatwissens".